Idee

Seitdem es Fotofgrafie gibt wurde eine unvorstellbare Menge an privaten Fotos erzeugt. Ein Teil dieser Masse ist längst vergessen: Eine herrenlose Bilderwelt in Form von Papierabzügen, Dias und Fotoalben, die bleibt und ihren Kontext verloren hat. Diese private Fotografie ist mein Material, mein Thema. 2006 habe ich angefangen, diese Bilder zu sammeln und gezielt ein Archiv zusammengestellt. Es ist die visuelle Basis für mein Schaffen. Ich bin keine Fotografin, ich bin eine konzeptuelle Künstlerin, die mit dem Medium Fotografie arbeitet.

Seit nahezu 10 Jahren arbeite ich unter dem Label FOTOTHEK. Hier vereinen sich meine künstlerischen Arbeiten, die von der »Führung« eines Fachgeschäfts, zentralen Projekten wie Ausstellungen, Interventionen im öffentlichen Raum, Installationen, über Aktionen und Auftragsarbeiten bis hin zu Veranstaltungen mit eigens dafür entwickelten Formaten und Performances reichen. Eine umfangreiche Sammlung an anonymen, privaten Fotografien bildet die Basis für das vielschichtige Gesamtwerk. Alle Aktivitäten entstehen im Rückgriff auf das vergessene Bildmaterial.

Ein Nachdenken über individuelle wie kollektive Erinnerung und zugleich die Initiierung einer Auseinandersetzung mit der Konstruktion von Identität in Fotografien sind ein zentrales Anliegen meiner Arbeit. Geschichte, Gedächtnis, Zeit und Bildsprachen sind dabei Leitgedanken in Anbetracht der heutigen inflationären Bilder-/Informationsflut. Welche Rolle spielt die Fotografie im Privaten und im Öffentlichen? Die Frage nach dem Wert dieses vermeintlichen »Bildabfalls« und die Suche nach Möglichkeiten des Umgangs beschäftigen mich.