HINTERGRUND

Anke Heelemann (*1979) lebt und arbeitet in Weimar. Sie studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, an der Bauhaus Universität in Weimar und am College of Fine Arts in Sydney, Australien.

Als Medienkünstlerin arbeitet sie seit 2006 unter dem Label FOTOTHEK mit Privafotografien. Sie schafft vorrangig interakativ-performative Formate und nutzt dabei Medien wie Installation, Fotografie und Theater, Sprache und Kommunikation. Partizipation und Teilhabe sind zentrale Mittel der Auseinandersetzung.

Das Besondere: Ein umfassendes Künstlerarchiv. Thematisch und materiell schafft das Archiv an anonymen Privatfotografien den Ausgangspunkt für ihre Arbeit, ein Großteil der Aktivitäten entsteht im Rückgriff auf das Material.

Auf der Suche nach immer wieder neuen Lesarten transferiert sie das Material in die Gegenwart und lädt jenseits etablierter Kunsträume ein, solchen Bildern unerwartete Gebrauchsweisen zu entlocken. Die permanente Neukontextualisierung, im Sinne der Umwertung und Verfremdung, schafft eine besondere Auseinandersetzung mit der Konstruktion von Identität in Fotografien und offenbart ein Nachdenken über individuelle und kollektive Erinnerung.


Mit Empfehlung:
Fremde Bilder, Erinnerung und Identität.
Ein Interview mit Anke Heelemann

Ein Beitrag von Jule Schaffer auf kunsttexte.de

„Anke Heelemann zeigt in ihren Installationen und Projekten eine kluge und inspirierende Neuordnung des originalen Materials, die diese grundlegenden Fragestellungen reflektiert. Doch die Fotografien werden von der Künstlerin nicht nur als theoretische Projektionsfläche genutzt, um über Erinnerung, Identität und die Rolle der Fotografie nachzudenken. Vielmehr erweitert Heelemann den Handlungsspielraum, indem sie in die Entstehung der oft temporären Werke konsequent Besucher:innen integriert. Diese werden zu Co-Akteur:innen, die die Bilder in multiplen Mikrogesten (re)aktivieren, in die Gegenwart überführen und ihre Bedeutung im persönlichen Bezug stetig neu aushandeln. Fotografie wird so zur interaktiven Fotopraxis und zeigt sich abseits des einzelnen Abzugs als konstant changierende Konstellation verschiedenster Parameter. Mit kunsttexte sprach Heelemann über diese besondere Form der Bildarbeit.“ (Text: Jule Schaffer)