Präsentation im Thüringer Landtag eröffnet – Auftakt der künstlerischen Interventionen für das zukünftige Museum Zwangsarbeit in Weimar

Der 27. Januar 2024, der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, ist in Thüringen dieses Jahr erstmals all den Zwangsarbeiter:innen gewidmet, die während des Zweiten Weltkriegs aus ganz Europa für Deutschland Zwangsarbeit leisten mussten.

Die Präsentation im Thüringer Landtag vom 26. Januar bis zum 5. März 2024 lässt die Menschen, die durch Deutsche zu Zwangsarbeiter:innen wurden, sichtbar werden und zu Wort kommen. Sie verbindet fotografische Selbstzeugnisse von Zwangsarbeiter:innen und das ihnen auferlegte Regelwerk mit Inhalten des öffentlichen Gesprächsforums „In Gesellschaft.“. In dessen Rahmen diskutieren bereits seit 2021 in Weimar Expert:innen über Zwangsarbeit, Ausgrenzung und Rassismus.  

Die Präsentation ist ein Ausblick auf das neue Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, das am 8. Mai 2024 im ehemaligen Gauforum in Weimar eröffnen wird. Dieses zeigt die Zwangsarbeit als eine Beziehungsgeschichte zwischen Deutschen und Zwangsarbeiter:innen. Damit wird es weit über das eigentliche Thema Zwangsarbeit hinausgreifen. Tatsächlich verdeutlicht es an vielen, auch regionalen, Beispielen die Funktionsweisen der rassistischen NS-Gesellschaft.

Die Eröffnung des Museums wird begleitet von weiteren Interventionen im öffentlichen Raum Thüringens, die eine unvermittelte, direkte Begegnung mit der Vergangenheit schaffen. So werden die Menschen, die Zwangsarbeit leisten mussten, im heutigen Alltag sichtbar: im öffentlichen Nahverkehr, im Stadtraum, an Orten der Kultur. Überraschend und irritierend zugleich transferieren die Interventionen historische Dokumente in die Gegenwart, um ein nachhaltiges Bewusstsein für das Thema Zwangsarbeit zu schaffen.

Der Auftakt ist gemacht!

Die Präsentation im Thüringer Landtag ist bis zum 5. März 2024 von Montag bis Sonntag in der Zeit von 8 bis 18 Uhr frei zugänglich. Auf der neuen Website des zukünftigen Museums werden die Interventionen und die Dokumente bereits ausführlich vorgestellt. Auch in den Reflexionen 2024, dem neuen Jahresmagazin der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, welches sich im Schwerpunkt dem Thema Zwangsarbeit im Nationalsozialismus widmet, tauchen die ersten Störer auf.

Die Präsentation im Landtag wie auch die Interventionen wurden von mir konzipiert und umgesetzt.