500 Meter Weimar – Auf Zeitreise mit dem Stadtbilderklärer

Inszenierte Stadtführung

Eine Koproduktion von Kunstfest Weimar und FOTOTHEK

Konzept und Regie: Anke Heelemann
mit Markus Fennert

Die Künstlerin Anke Heelemann, die im Rahmen ihres Langzeitprojekts FOTOTHEK mit anonymen Privatfotografien arbeitet und sich mit Fotografie und der Konstruktion von Erinnerung beschäftigt, konzipierte die Tour entlang einer zentralen, aber eher alltäglichen Weimarer Wegstrecke. Eine umfangreiche Recherche und Materialsammlung mit vielen Gesprächen von Anwohnern und Weimarern schaffte die Grundlage für einen spannenden Perspektivwechsel, der verborgene und unscheinbare Geschichten freigelegt. Vom Festivalzentrum über den Goetheplatz bis zu der Stelle, wo das neue Bauhaus-Museum entsteht, braucht man zu Fuß handgestoppte 6 Minuten. Der Stadtspaziergang 500 Meter Weimar nimmt sich mehr Zeit und lädt die Teilnehmer*innen zu einer bewegenden Zeitreise in die (eigene) Stadt ein.

Es sind die Geschichten hinter der Geschichte, denen bei „500 Meter Weimar“ nachgespürt wird. Dabei wird der tradierte Blickwinkel mit aktuellen, stadtplanerischen Visionen oder längst vergessenen, städtebauliche Ideen verbunden, private Anekdoten und individuelle Biografien verweisen auf historische Tatsachen.

Alltagsgeschichten werden mit architektonischen, mitunter kuriosen Details und urbanen Gegebenheiten kombiniert, um das Blickfeld für die Stadt zu erweitern. Historische Fotografien schaffen den Zeitsprung ins Jetzt – am Schauplatz selbst mit Hilfe der Menschen, die hier leben. (Ehemalige) Anwohner kommen zu Wort, sei es mit Bildern oder im Rahmen einer überraschenden Begegnung.

Um den Blick hinter die Kulissen zu verstärken, wird der Stadtspaziergang mit allerlei analogem Werkzeug ergänzt. Diabetrachter scheinen den Blick ins Innere von Wohnungen zu ermöglichen, ein Schallplattenspieler erzeugt ein Gefühl der Gegenwart von Vergangenem, Kartenmaterial zeigt den Zuschauer*innen die städ­tebauliche Veränderung der Stadt im Laufe der Jahre an, Bildmaterial lässt Erzähl­tes greifbar werden. Geleitet wird die Tour von einem charmanten Stadtbilderklärer*, dargestellt von Markus Fennert, durch zahlreiche Vorstellungen am Deutschen Nationaltheater wohlbekannt. Er weiß jede Frage mit seiner ganz eige­nen Sicht der Dinge zu beantworten – informativ, unterhaltsam, persönlich. Er ist der Reiseleiter in die Zukunft mit dem Umweg in die Vergangenheit. Und: Der Stadtbilderklärer hat immer recht. (Auszug Programm Kunstfest)

Nicht genug?
Ein schöner Artikel von Claus Bach im Rahmen seiner Bildarchiv-Kolumne!

Mithören?
Svea Geske (Radio Lotte Weimar) begleitete unsere Tour: