ich sehe was…

Inszenierte Stadt(teil)erkundung durch Jena-Lobeda

Im Rahmen von 72 Hour Urban Action, dem Echtzeit-Architektur-Wettbewerb in Jena-Lobeda schafft »Ich sehe was…« eine ganz eigene, subjektive Annäherung an den größten Stadtteil Jenas, seine Menschen und ihre Geschichten. Die performative, geführte Tour durch Neulobeda ermöglicht eine besondere Erfahrung, die neue Bilder schafft, die bleiben. Der Schauspieler Markus Fennert manövriert durch Sichtweisen, Vorurteile, Gegensätze und Visionen Neulobedas.

Vorbei an einsamen Nashörnern und verschwundenen Wandbildern wandeln die Zuschauer*innen zwischen den Zeiten, nehmen blockweise alle Höhen und Tiefen, treffen auf Ureinwohner im Schatten der chinesischen Mauer und finden ein Paradies. Mit verblüffenden Ein- und Aussichten, überraschenden Sichtachsen und Seitenwechseln wird der Stadtteil selbst zur Bühne für eine ungewöhnliche Reise, die Gewohntes, Übersehenes und Unterschätztes zeigt. Nach drei ungewöhnlichen, zugleich erfolgreichen Zeitreisen im Rahmen des Kunstfestes Weimar laden die Künstlerin Anke Heelemann und der Schauspieler Markus Fennert nun zu ihrem vierten gemeinsamen Streich.

Aufführungstermine Mai und Juni 2019Treffpunkt: Erika’s Getränkeshop, Alte Straße 18, 07747 Jena-Lobeda
Konzept, Recherche & Regie:      Anke Heelemann
mit Markus Fennert
Ein Projekt der Freien Bühne Jena e.V.  im Rahmen von 72 Hours of urban Action

Mit freundlicher Unterstützung der Wohngenossenschaft Carl Zeiss e.G.
Förderer und Partner: Fonds Soziokultur, JenaKultur, Theaterhaus Jena, Bauhaus 100

Fotos: Thomas Müller

Pressestimmen

TLZ 03.05.2019, Michael Helbing

„Die Künstlerin Anke Heelemann und der Schauspieler Markus Fennert reißen auf dieser so leichtfüßigen wie tiefschürfenden Wanderung durch Raum und Zeit virtuelle Fassaden ein. Sie gewähren Blicke auf Differenzen von Sein und Schein, auf das, was ist, einmal war und einmal sein könnte. Drei Jahre lang haben sie solche kulturhistorischen Spaziergänge fürs Kunstfest Weimar inszeniert. Nun nehmen sie sich pars pro toto Wohl und Wehe der industriellen Plattenbauweise vor: zum Bauhaus-Jubiläum als direkte Wirkung des seriellen Architekturgedankens verstanden. (…) Markus Fennert beschreibt in lakonischem Ton, mit subtiler Ironie, aber nie verächtlich den Weg von der sozialistischen Vorzeigestadt über den sozialen Problembezirk bis zum so propagierten Musterbeispiel für den Städteumbau Ost. (…) Anke Heelemann hat eineinhalb Jahre lang für die Erkundung recherchiert. Markus Fennert und seine Assistentin Kristina Johannes präsentieren das so entstandene Kaleidoskop, mit Bild- und Tondokumenten, als respektvolle und zugleich kritische Befragung von Lebensweisen.“