mit der Weimarer Ausgabe der Postkartenaktion »transparent 1989 | 2019«
transparent-Postkarte # 4/4 nach Foto von Klaus Bergmann (Dienstag-Demonstration am 9. Januar 1990 in Weimar)
»Wie wir leben wollen.« basiert auf Fotos von Klaus Bergmann, der als Hobbyfotograf die Demonstrationen von November 1989 bis Februar 1990 in Weimar begleitete. Der Fotograf entwickelte später aus seinen Aufnahmen eine Ausstellung, die 1992 erstmals in der Stadt zu sehen war. Die Re-Installation der Foto-Dokumente verbindet Axel Doßmann mit der Frage, »wie wir leben wollen«, die bereits 1989 Bürgerinnen und Bürger auf die Straße geführt hatte.
Antworten darauf gibt die Ausstellung bewusst nicht. Stattdessen ist jede*r Besucher*in selbst aufgefordert, zu überlegen, was ›gutes Leben‹ in einer europäischen Gesellschaft auszeichnet und was wir als Bürger*innen voneinander erwarten und verlangen. Statt auf beschriftete Transparente und Banner schauen wir jetzt auf weiße Leerstellen. Sie fordern auf, sich zu erinnern oder (neu) zu positionieren.
1989 – das Jahr des Aufbruchs und Umbruchs. Protest und öffentlicher Widerstand formierten sich und nahmen bis dahin unbekannte Dimensionen an. Die Menschen zogen mit Bannern und Plakaten auf die Straße.
Was bedeutet 1989 heute? Die erkämpfte Demokratie, wo ist sie geblieben? Wofür müssen wir heute eintreten?
Fotografien von Großdemonstrationen in der Jenaer Innenstadt Ende 1989 schaffen in einer interaktiven Installation einen besonderen Resonanzraum. Die abgebildeten Forderungen und Losungen auf den damals meist händisch beschrifteten Bannern und Transparenten sind nicht mehr zu sehen: Die weißen Leerstellen fordern nun auf – dreißig Jahre später – sich zu erinnern oder sich (neu) zu positionieren. Auf den Karten können handschriftlich die Forderungen von damals neu artikuliert, ganz neue Ideen formuliert, Haltung bezogen und Kritik geäußert werden. Über den Tag wächst so eine Stimmenvielfalt, eine Stimmencollage, die einen Austausch im Rückblick und einen zeitgenössischen Klang aus Jena generiert. (Auszug Ankündigung)
Konzept, Recherche & Regie: Anke Heelemann mit Markus Fennert Mit freundlicher Unterstützung der Wohngenossenschaft Carl Zeiss e.G. Weitere Förderer und Partner: Fonds Soziokultur, JenaKultur, Theaterhaus Jena, Bauhaus 100 Bilder von den Aufführungen
getextet von
№ Ich sehe was… – Eine inszenierte Stadt(teil)erkundung durch Jena-Lobeda
Werkbundarchiv – Museum der Dinge Oranienstraße 25, 10999 Berlin
Im Rahmen der Ausstellung „FOTO | ALBUM – Private und anonyme Fotografie aus der Sammlung des Werkbundarchiv“ ist die FOTOTHEK mit einem großen Koffer voller Dinge zu Gast im Museum der Dinge in Berlin. Was haben ein tragbarer Plattenspieler, gerahmte Bilder, Dias, Fotoabholzettel, Stempel, Karteikästen und eine Hotelklingel gemeinsam? Ich packe aus und werde die Dinge sprechen lassen. Allesamt gehören sie zum Langzeitprojekt FOTOTHEK und stehen für jeweils eine Aktion, Intervention, Ausstellung oder Performance. Anhand verschiedenster Dinge aus über 10 Jahren FOTOTHEK werde ich mein Langzeitprojekt vorstellen. www.museumderdinge.de
Der Eintritt ist frei.
Ich freue mich die FOTOTHEK Arbeit »Neuordnung« präsentieren zu können: 26.11.2017 – 25.3.2018 Vögele Kultur Zentrum, Pfäffikon/Schweiz Hallo, Nachbar! Der tägliche Tanz um Nähe und Distanz
Wir alle meinen, uns mit Nachbarn bestens auszukennen. Denn jeder hat einen und jeder ist einer. Doch kann das Thema ziemlich komplexe Fragen aufwerfen, kommt uns doch der Mensch jenseits der Wand empfindlich nah. Nachbarschaftliche Beziehungen haben Konfliktpotential und Einfluss auf unser Wohlbefinden. Die Ausstellung geht verschiedenen Aspekten nachbarschaftlichen Zusammenlebens nach und fragt, was wir für uns selbst und für ein gutes Zusammenleben lernen, wenn wir den Mikrokosmos menschlicher Gemeinschaft erkunden.
Mit Kunstwerken von: Stefan Banz, Stéphanie Beaulieu, Andres Bosshard, Heidi Bucher, Volker Gerling, Anke Heelemann, Andreas Herzau, Bettina Hutschek, Janina Janke & Bill Dietz, Andreas Koch, Norman McLaren, Peter Piller, Stephan Schenk, Jean-Frédéric Schnyder, Kateřina Šedá, Sarah van Sonsbeek, Jules Spinatsch, Arne Svenson, Anna Wiesinger
Kuratorium: Dr. Nina Wiedemeyer und Felix Sattler, Exponenten GbR, Berlin Achtung neue Laufzeit! Die Eröffnung der Ausstellung mußte um eine Woche verschoben werden.
getextet von Nächste Ausstellung
№ Hallo, Nachbar! – Die Ausstellung über Nachbarschaften
Es gibt ein Wiedersehen beim diesjährigen Kunstfest Weimar vom 18.08. bis 03.09.2017 Ein Gespenst geht um… Auf den Spuren des Kommunismus in Weimar Rundfahrt Umland
18.8. / 19.8. / 20.8.
26.8. / 27.8. /
1.9. / 2.9. / 3.9.
Start jeweils 15 Uhr, Treffpunkt Festivalzentrum
Dauer ca. 3 h
In einem historischen Ikarus-Bus führt eine Rundfahrt an Erinnerungsorte der kommunistischen Geschichte außerhalb des Weimarer Stadtzentrums. Gemeinsam begeben wir uns auf eine dreistündige Spurensuche in der Stadt und ihrem Umland.
Wir reisen durch 100 Jahre Kommunismus und fragen nach, was geblieben ist: Was hat die Geschichte mit uns zu tun? Eine Recherche als gemeinsames inszeniertes Erlebnis lädt ein, den Blick zu schärfen und den Deckmantel der Geschichte zu lüften. Unsere Stationen markieren den Weg der fühlbaren Zeitreise, die uns an überraschende, verlassene, eingefallene, standhafte und unscheinbare Orte führt. Es sind besondere Orte, die wiederentdeckt werden (wollen). Wir verfolgen und beschwören Geister; wir atmen den Zeitgeist jener Jahre.
Von Blitzen, Ehrenhainen, toten Zonen und steingewordenen sozialistischen Utopien, von Planerfüllung, letzten Besuchen, Niedergängen, Sperrgebieten und der Klärung von Sachverhalten – die Orte erzählen unter Verwendung verschiedenster Medien von ihrer und unserer Vergangenheit. Sie bieten anregende Perspektiven und reichlich Diskussionsstoff.
Die künstlerische Umsetzung dieser Rundfahrt übernehmen Anke Heelemann und Markus Fennert, deren Stadtspaziergang »500 Meter Weimar« einer der Höhepunkte des letztjährigen Kunstfests war.
REGIE Anke Heelemann
RECHERCHE & DRAMATURGIE Dr. Paul Kaiser
MIT Markus Fennert, Lisa Sohm
PRODUKTION Kunstfest Weimar